Dieses Wochenende lässt sich in 5 Worten beschreiben – Schlafen, Essen, Backen, Fahrrad fahren, und, ja, leider auch Arbeiten. (Wobei, so schlimm war es gar nicht. Nicht mehr als eine Stunde zusammengenommen.) Schlafen und Essen ist notwendig, erklärt sich also von ganz allein. Fahrrad fahren ist auch schon fast unumgänglich. Nächstes Wochenende haben Himgan und ich uns für eine längere Fahrradfahrt angemeldet. Da muss ich halt für „trainieren“. Im Juli kommt dann wieder die ultimative Fahrradtour – der sogenannte Death Ride (auch Tour der kalifornischen Alpen). Ist in der Sierra Nevada, südlich von Lake Tahoe, ca. 200 km und knapp 4600 Höhenmeter. Schon ordentlich. Wie gesagt, das schüttelt man nicht so aus dem Ärmel, da muss man schon regelmäßig auf dem Drahtesel durch die Gegend kurven. Und dann ist da ja noch der Urlaub … . Aber davon wollte ich heute gar nicht erzählen.
Und dann war da noch die Epiphanie, oder Offenbarung. Nein, ich bin nicht unter die Gläubigen gegangen. Und mein Mann ist auch nur auf Papier katholisch. Keine Sorgen in dieser Hinsicht. Habe Schlafen, Essen, Arbeiten und Fahrrad fahren abgehakt. Bleibt also nur noch Backen. Was hat das mit Offenbarung zu tun? Ganz einfach. Himgan und ich waren gestern Abend zu einer Freundin von uns, Stacia, zum Potluck (jeder Gast bringt eine Speise mit) eingeladen. Stacia hat gerade ihren Doktor zu Ende gebracht, und da wurde gestern Abend halt gefeiert. Ich habe einen Apfelkuchen gebacken, Tarte Tatin. Ist gut angekommen. Der Mürbeteig, den ich für den Kuchen zubereitet habe, ist mehr oder weniger der typisch amerikanische Pie-Teig. Hab ich hier und hier schon von geschrieben. Viele Leute (Frauen?) sind von der Zubereitung dieses Teiges ziemlich eingeschüchtert. So schwer ist der gar nicht, aber er verlangt, dass man der Rezeptanleitung folgt. (Vielleicht ist das für Deutsche einfacher?! ;) ) Am Ende soll er schön knusprig und vor allem schuppig oder plättchenförmig sein. (Dem Blätterteig ähnlich.) Jedenfalls habe ich gestern Abend schon wieder gehört, dass einigen einfach der Mut fehlt, sich an diesen Teig zu wahren. Hab dann zwar kurzerhand im Schnelldurchgang die „geheimen“ Tipps runter gerattert. Glaube aber bald, dass das recht nutzlos war. Heute, beim Fahrrad fahren (weil man hat dabei ja soviel Zeit zum Nachdenken) ist mir dann die Offenbarung gekommen. „Bescheidenheit ist eine Zier, doch … .“ Ich bin ja schön blöd, jedem zu erzählen, wie dieser Pie-Teig SOOOO EINFACH ist. Ich kann doch einfach alle schön in dem Glauben lassen, dass ich einfach großes Talent zum Backen habe, wenn mich in Wirklichkeit nur diese Rezepte nicht einschüchtern. ;) „Andrea“ kommt ja nicht umsonst aus dem Griechischen für „die Tapfere“. :)



Liebe Andi,
ich habe eben laut Deine Eintragungen vorgelesen. Zum Schluss habe ich gefragt: „Ist das nicht schön geschrieben“?
Vati: „Wunderschöööön“
Nicht das Du denkst, er erkennt vielleicht Ähnlichkeiten … :)
Wir freuen uns immer sehr, wenn in Deinem Tagebuch wieder Neuigkeiten stehen.
Übrigens habe ich inzwischen schon mehrfach nach Deinem Rezept die Rosmarin-Kartoffeln gemacht. Sie schmecken vorzüglich.
Liebe Grüße
Papa und Eli